Dien Bien Phu: Sehenswürdigkeiten, Film Tipp und Zusammenfassung der letzten Schlacht

Dien Bien Phu ist ein geschichtsträchtiger Ort und eine bedeutende historische Stätte in Vietnam. Heute kann man den Ort besuchen und die Geschehnisse aus der Vergangenheit in einem Museum, in einem Film oder am Tatort selbst anschauen. Weiter unten berichtet der Beitrag über den Widerstand der Viet Minh gegen die französische Fremdherrschaft. In der verheerende Schlacht um Điện Biên Phủ gelang es zum ersten Mal einem Bauernarmee aus der dritten Welt eine deutlich überlegende europäische Kolonialmacht auf die Knie zu zwingen und sorgte damit weltweit für einen legendären Sieg in der Geschichte.

Dien Bien Phu – Vietnam

Dien Bien Phu liegt in einem von Hügeln und Bergen eingeschlossenen Tal und war der Kriegsschauplatz des letzten Indochinakriegs in Vietnam. Auf der Karte unten siehst du, wo genau sich Dien Bien Phu befindet.

Weiter unten findest du einen Link, auf dem du hören kannst, wie der Name Dien Bien Phu auf Vietnamesisch ausgesprochen wird.

Dien Bien Phu Map

Dien Bien Phu Map
Dien Bien Phu Map (Bild: abgeleiteter Werk von wikimedia/Uwe Dedering)

Das kleine Fleck Land Dien Bien Phu ist die Hauptstadt der Provinz Dien Bien in Nordwest-Vietnams und befindet sich in einem 120 km2 großem Tal. Etwa 35 km westlich liegt die Landesgrenze zu Laos. Nach Hanoi Altstadt sind es 450 km in südöstlicher Richtung.

Im Indochinakrieg (1946–1954) war das Gebiet zwischen den französischen Kolonialtruppe und der Viet Minh stark umkämpft. Die französische Streitmacht baute das Talbecken zu einer Dschungelfestung aus, um die Vietnamesen aus dem Dschungel zu locken. Dieser Tal bzw. diese Festung wurde 1954 zum Ort der entscheidenden französischen Niederlage.

Auf der Karte unten siehst du einen Plan der französischen Stützpunkte. In der oberen Hälfte der Karte siehst du auf der rechten unteren Ecke den Stützpunkt Éliane. Auf Vietnamesisch heißt dieser Stützpunkt A1 Hill. Sie war die wichtigste Basis der Franzosen.

Die Stützpunkte der Festung Dien Bien Phu
Die Stützpunkte der Festung Dien Bien Phu (Bild: mindef/sga/dmpa)

Dien Bien Phu heute

Im Jahr 1992 wurde der Talkessel Dien Bien Phu zur Stadt erhoben.

Heute zählt die Stadt ca. 70.000 Einwohner, wobei nur ein Drittel davon ethnische Vietnamesen (Kinh) sind. Der Hauptanteil bildet die ethnische Gruppe Thai  und in geringen Maßen die Hmong, die Si la und sonstige ethnische Minderheiten.

Aussprache

Auf der Webseite der FORVO wird das Wort „Dien Bien Phu“ auf original-vietnamesisch ausgesprochen. Das ie wird möglichst zusammen und nicht einzeln gelesen, sodass die Laute ineinander fließen. Ph wird wie ein f ausgesprochen.

Die 5 besten Sehenswürdigkeiten in Dien Bien Phu

Dien Bien Phu ist das größte Relikt des Indochinakriegs. Hier haben die Vietnamesen die letzte Schlacht gegen die französische Kolonialherrschaft ausgetragen. Mit strategischer und logistischer Glanzleistung haben die Viet Minh die Dschungelfestung erobert und gingen als rumreicher Sieger hervor. Wer sich für die Geschichte und Geheimnisse des vietnamesischen Militärs sowie für die französische Kolonialherrschaft über Indochina interessiert, der sollte Dien Bien Phu unbedingt einen Besuch abstatten.

Auf der Seite Vietnam Sehenswürdigkeiten wirst du noch viele andere Highlights von Vietnam entdecken, die du auf deiner Reiseliste eintragen kannst.

Top 1 A1 Hill

Der A1 Hill ist der vietnamesische Name für den französischen Stützpunkt Éliane 2. Der Hügel ist 32m hoch und 82.000m2  groß. Er liegt ca. 500 Meter westlich vom Hauptquartier der französischen Festung in Dien Bien Phu entfernt. Heute führt ein steinerner Weg zur Spitze des Hügels.

Auf dem Hügel ist ein großer Explosionskrater, ein 4.000 Meter langer von Stacheldrahtzäunen umgebender Schützengraben, die Vorratskammer der Franzosen und 10 von 37 Bunkern der französischen Armee zu sehen. Neben einen der Panzer wurde ein Grabmal für die gefallenen Soldaten in der Schlacht angelegt. Außerdem sieht man ein gesprengtes Tunnelsystem, das im Jahr 2004 restauriert und für den Tourismus etwas größer gemacht wurde. Des Weiteren werden hier auch Waffen und anderen Kriegsgeräten der Franzosen ausgestellt.

A1 galt als eisernen Schutzschild des französischen Kommandozentrums. In der Tat war diese Basis für die vietnamesische Truppe des Generals Vo Nguyen Giap am schwierigsten einzunehmen. Die vietnamesische Arme musste 39 Tage und Nächte auf diesem Hügel verbringen und 2.000 Soldaten opfern, um die Basis A1 Hill zu erobern.

Für ihr Vorhaben bauten die Viet Minh ein Tunnelsystem von Ta Leng bis zum Hügel, in dem sie eine Tonne Sprengstoff legten. Innerhalb von 15 Tagen gruben Sie einen 47 Meter langen Weg. Am 6. Mai 1954 sprengten sie die Tunnel und jagte den Kommandobunker in die Luft. Dies war der Stichpunkt für die vietnamesische Truppe vorzurücken und den Hügel einzunehmen. 850 feindliche Soldaten wurden dabei getötet, darunter 4 der besten Soldaten des französischen Kampfbataillons.

Nachdem es ihnen gelang, 2 französische Panzer zu zerstören, haben sie einen Weg gefunden, die restlichen Panzer zu vernichten, die in Abstand von 10 Metern überall verteilt standen.

Top 2 Dien Bien Phu Museum

Das im Jahr 1984 gegründete Dien Bien Phu Museum verwahrt 200 Bilder und Fotos, sowie mehr als 270 Exponaten über die Schlacht von Điện Biên Phủ ausgestellt. Darunter befinden sich Gewehre in verschiedenen Größen, Maschinengewehre und mehrere Panzer.

Das Museum hat 5 Bereiche, die in 5 Themenschwerpunkte gegliedert werden:

  1. Der strategische Standort von Dien Bien Phu,
  2. die Militärbasis der Franzosen in Dien Bien Phu,
  3. die Vorbereitung der Kommunistischen Partei Vietnams auf die Dien Bien Phu-Offensive
  4. die Auswirkungen des Dien Bien Phu-Sieges und
  5. Dien Bien Phu heute.

Im Eingangsbereich betritt man zunächst einen Zeremoniensaal, wo die Statuen des ehemaligen Präsidenten Ho Chi Minh und Generals Vo Nguyen Giap aufbewahrt werden. Beide Figuren sitzen an einem Tisch und spiegelt einen Zeitpunkt im Januar aus dem Jahr 1954 wider, in dem sie sich über eine Strategie für ihren Angriff auf die Dschungelfestung der Franzosen berieten.

Die vietnamesischen Kämpfer waren nur ein Bauernvolk mit wenig Ausrüstung. Deshalb mussten sie beispielsweise Fahrräder umbauen, um Munitionen und Gewehren an die Front zu bringen. Sie bekamen nur wenig zu essen und manchmal müssen sie mit knurrenden Magen in den Kampf ziehen. Doch sie sind entschlossen, gegen die Franzosen anzutreten und den Feind aus ihrem Land zu jagen. Ihr General war ein genialer Kopf und brachte sie ruhmreich durch den Krieg.

Alle Gegenstände und Fotos, die im Museum ausgestellt werden, sollen den Besuchern zeigen, mit welchen Widerstand und mit welcher Energie und Stärke die Vietnamesen gegen die Franzosen gekämpft haben, welchen Opfer sie erbringen mussten, um die heutige Unabhängigkeit zu erlangen.

Top 3 Dien Bien Phu Military Cemetery

Das Dien Bien Phu Military Cemetery (Nghĩa Trang Liệt Sĩ Điện Biên Phủ) ist ein Friedhof für gefallene Viet Minh Soldaten in der Schlacht um Điện Biên Phủ. Der Massenfriedhof liegt im Zentrum der Stadt, ca. 1 km von der Siegesstatue entfernt. Die Anlage ist gepflegt und wird mit grünen Pflanzen bedeckt. Die Namen der gefallenen Soldaten wurden auf einer Tafel im Eingangsbereich eingemeißelt. Traurig ist aber, dass auf viele Gräber keinen Namen und Details zu sehen sind. Diese Menschen sind also anonym verstorben. Sie haben ihr Leben für ihr Land geopfert und keiner weiß wer sie sind.

Top 4: Bunker des Kommandeur Castries (Colonel de Castries)

Christian Marie Comte de La Croix de Castries war Kommandeur der französischen Truppe bei der Schlacht um Điện Biên Phủ. Sein bescheidener Bunker wurde am 7. Mai 1954 von der vietnamesischen Streitkräfte überrannt.

Er kapitulierte und ging mit über 10.000 anderen Männer in die Kriegsgefangenschaft. Nach der Waffenstillstandvereinbarung wurde er nach nur 4 Monaten wieder freigelassen.

Obwohl der Bunker durch den Krieg schwer beschädigt war, ist seine Struktur noch gut erkennbar. Die Viet Minh Armee hat insgesamt 56 Tage und Nächte gebraucht, um den Bunker zu erobern.

Der Bunker ist 20 Meter lang und 8 Meter breit. Damals bauten die Franzosen aus Baumstämmen und Sandsäcken einen Graben, der den Bunker mit Blockhaus auf dem A1 Hill verbinden soll. Diesen Graben ist heute aber nicht mehr zu sehen.

Einflussreiche Politiker wie der französische Premierminister Josepfh Lanie, der amerikanische Präsident Dwight Eisenhower und der englische Premierminister Winston Churchill wurden in diesem Bunker empfangen. Daneben durften auch viele berühmte Reporter und Journalisten den Raum betreten.

Top 5: Die Landschaft in der Umgebung

Nicht nur der geschichtsträchtiger Ort ist sehenswert, sondern auch die Landschaft um Dien Bien Phu herum ist sehr spektakulär.

Im Herbst wird die Landschaft in der Umgebung von farbenfrohen Reisfeldern erfüllt. Die von Dschungeln bedeckten Berge und Hügeln um Dien Bien Phu ist guter Rückzugsort für alle, die nach Muße suchen.

Dien Bien Phu Film

Der Spielfilm „Điện Biên Phủ“ ist eine französische Produktion aus dem Jahr 1992, welche in 146 Minuten den französischen Indochinakrieg und die Niederlage der Franzosen thematisiert.

Dien Bien Phu Film von 2004: Die Hölle von Dien Bien Phu
Dien Bien Phu Film von 2004: Die Hölle von Dien Bien Phu

Dien Bien Phu Film-Handlung

Während die französische Elite in Hanoi unbeschwert ihr luxuriöses Leben weiterführt, spitzt sich die Lage des Indochinakriegs immer weiter zu. Der französische Oberbefehlshaber über Indochina General Henri Navarre lässt eine Festung in Dien Bien Phu bauen, wo sie die vietnamesische Armee in eine offene Schlacht locken wollen.

Im weiteren Verlauf erzählt der Film, wie die französische Armee in einer 56-tägigen Schlacht vergeblich versuchen, den Ansturm der Viet Minh abzuwehren.

Parallel dazu wird gezeigt, wie sich das Leben in Hanoi ändert: von den einfachen Vietnamesen, die sehnsüchtig auf die Befreiung ihres Landes hoffen, und von den französischen Siedlern, die sich davor grauten, wenn es den Vietnamesen gelänge, ihre Unabhängigkeit zu erringen.

Der Film endet mit einer Kapitulation der französischen Streitkräfte unter dem Kommando von Castries.

Dien Bien Phu Film auf deutsch

Der Deutsche Titel für den Dien Bien Phu Film ist „Điện Biên Phủ – Symphonie des Untergangs“.  Auf Online Stream kannst du den Film „Điện Biên Phủ – Symphonie des Untergangs“ von 1992 in voller Länge auf Deutsch sehen. Im Laufe der Zeit hat sich der Titel etwas geändert, der Film bleibt aber der selbe: Die Schlacht von Diên Biên Phú (1993), Die Hölle von Dien Bien Phu (2004)

Dien Bien Phu Film auf Youtube

Auf Youtube haben wir nicht den Spielfilm der Franzosen von 1992 gefunden, sondern nur eine vietnamesische Inszenierung von dem Schlacht um Điện Biên Phủ mit dem Titel “Erinnerungen an Dien Bien Phu”. Der Dien Bien Phu Film auf Youtube ist von der Qualität her nicht besonders gut.

Handlung

“Erinnerungen an Dien Bien Phu” ist ein vietnamesischer Film aus dem Jahr 2004. Er thematisiert ebenfalls den Indochinakrieg und schildert den Bombenangriff der Viet Minh am 13. März 1954. Dies war nur der Beginn vom Krieg.

Im Verlauf des Films wechselt ein französischer Soldat namens Bernard die Fronten, weil er den Freiheitskampf der Vietnamesen respektiert und sich für den Frieden einsetzen will. Bao, ein vietnamesischer Soldat begleitet ihn dabei auf dem Pfad der Selbstfindung. Die Krankenschwester May soll Bao dabei zur Hand gehen und den verwundeten Franzosen versorgen.

Die beiden verlieben sich ineinander und Bao erkennt die Qualität am vietnamesischen Volk, die er zuvor noch nicht gesehen hatte.

Anders als der Dien Bien Phu Film aus dem Jahr 1992 steht in der vietnamesische Version das Rumgeballer eine Krieges nicht im Vordergrund, sondern die Sicht der Vietnamesen über den Krieg, die nur den Frieden und ihre Unabhängigkeit wollen.

Geschichte: Die Schlacht um Điện Biên Phủ, Vietnam

Als der Befehlshaber des französischen Fernost-Expeditionskorps (CEFEO) General Navarre die Viet Minh in eine offene Feldschlacht verwickeln wollte, ahnte er nicht, dass diese Schlacht nicht nur seine Karriere, sondern auch die Kolonialherrschaft in Indochina für immer besiegelte.

Rücker der Franzosen mit einer Fremdenlegion

Nachdem die Japaner 1945 kapitulierten und sich aus Vietnam zurückzogen, wollten die Franzosen ihre alten Kolonien in Vietnam, die sie zwischenzeitlich den Japanern abtreten mussten, wieder zurück haben.

Doch die Franzosen waren geschwächt von dem zweiten Weltkrieg in Europa. Nur mit finanzieller und logistischer Unterstützung der Amerikaner schafften sie ein Expeditionskorps auszurüsten und nach Indochina zu verschiffen.

Die stärkste Einheit dieser Expeditionstruppe CEFEO waren Fremdenlegionäre. Die Fremdenlegion war eine Spezialeinheit der französischen Armee, in dem Soldaten aus 150 Nationen sich freiwillig  für eine begrenzte Zeit dazu verpflichten, Wehrdienst zu leisten.

Im Indochinakrieg waren über die Hälfte der Fremdenlegionäre Deutsche. Viele von ihnen waren ehemalige Soldaten aus der französischen Kriegsgefangenlagern in Deutschland. Darunter waren auch ehemalige Angehörige der Waffen-SS.

Die Franzosen stellen den Vietnamesen eine Falle

Im Frühjahr 1954 war Vietnam geteilt. Die Franzosen beherrschten nur noch in Südvietnam große zusammenhängende Gebiete. Das zentrale Hochland und die Bergen im Norden werden von den Viet Minh beherrscht. Nur noch das Delta des Roten Flusses mit Hanoi und der Hafenstadt Hai Phong mit der Halong Bucht bis runter zu Ninh Binh halten die Franzosen im Norden.

Karte: Indochinakrieg in Dien Bien Phu.
Anfang 1954 stehen Zentralvietnam, die Berge im Norden und das östliche Laos unter der Kontrolle der Viet Minh (Bild: Wikimedia/ Don Kun, NordNordWest)

Der Befehlshaber Navarre wusste, dass er seinen Feind  nur in einer offenen Schlacht besiegen kann. Wenn ihm dies gelang, konnte er endlich nach 8 Jahren Krieg einen Waffenstillstand zu seinen Bedingungen aushandeln.

Für sein Vorhaben wählte er den Ort Dien Bien Phu aus, weil es der Rückzugort der Viet Minh war. So kam es, dass im Jahr 1953 französische Fallschirmspringer in Dien Bien Phu landeten. Sie übernahmen den Talkessel ohne auf viel Widerstand zu stoßen. Dort bauten sie eine provisorische Festung aus dem sumpfigen Boden und mehreren Stützpunkten, bestehend aus Minenfeldern, Stacheldraht und Schützengräben.

Da der Talkessel sehr abgelegen und nur schwer zugänglich ist, musste die Festung aus der Luft versorgt werden. Dazu legten die Franzosen mitten in der Festung eine Landebahn an. Für den Fall, dass die Landebahn nicht nutzbar sein sollte, richteten die Franzosen außerdem Abwurfstellen ein.

Angriff der Viet Minh auf die Festung

Anfang März 1954 verfügte der französische Kommandant über 10.000 Männer. Sie besaßen über zehn leichte Panzer, die sie aus der Luft mitgebracht hatten, viele schwere Maschinengewehren, 24 Mörsern, 28 Haubitzen und vier Luftabwehrgeschützen.

Nun wartete Navarre darauf, dass die Viet Minh die französische Stützpunkte in Dien Bien Phu angreifen. Er rechnete mit einer schlecht ausgerüsteten vietnamesischen Truppe, die in der offenen Schlacht bald besiegt worden werden.

Am 13. März 1954 bekam Navarre seine Schlacht. Die Guerillakämpfer unter dem Kommando von General Vo Nguyen Giap umzingelten ganz im Sinne der Franzosen die französische Festung. Dabei haben die Viet Minh 100 Artillerie mitgebracht, die sie von den Chinesen erhalten haben.

Damit haben die Franzosen nun wirklich nicht gerechnet. Der Dschungelweg galt nach Ansicht der westlichen Experten als unpassierbar für schweres Gerät. Doch die Viet Minh haben die Artillerie in Einzelteile zerlegt und diese über getarnten Dschungelpfaden auf die Hügeln rund um den Talkessel gebracht, von wo aus sie ungehinderte Sicht auf den Talkessel haben.

Verlauf der Schlacht um Dien Bien Phu

Als das vernichtende Feuer der Vietnamesen einsetzte, war das Schicksal der französischen Truppe und der Fremdenlegionäre, die als kampfkräftigsten Einheiten der französischen Streitmacht galt, besiegelt.

Auch der Plan, die Stützpunkte im Talkessel aus der Luft zu versorgen, scheiterte kläglich, weil die Viet Minh die Höhen rund um Dien Bien Phu besetzten. Zwar gelang es dem CEFEO zunächst weitere 5.000 Männer als Verstärkung einzufliegen, aber der unablässige Regen und der anhaltende Granatbeschuss der Viet Minh zwangen die französische Luftwaffe sich auf den Abwurf von Nachschub zu beschränken. Doch ein Teil der Munitionen und Lebensmittel landeten bei den Viet Minh.

Bei den Franzosen werden die Vorräte immer knapper, weil mehrmals Lebensmitteldepots getroffen wurden. Die Landebahn wurde durch den ständigen Granatregen zerstört, sodass die Verwundeten nicht mehr ausgeflogen werden konnten. Das Feldlazarett ist jedoch viel zu klein für so viele Verletzten.

Nicht nur die Franzosen, sondern auch die Viet Minh bekamen Verstärkung. Zentausende von Mithelfern bauten geheime Straßen durch den Dschungel. Es gelang ihnen sogar ein System von Gräben anzulegen, die fast bis zur Festung der Franzosen reichte.

Dien Bien Phu Fall: Die letzte Schlacht der Waffen-SS

Am 1. Mai eröffnete Vo Nguyen Giap den Endkampf um die Festung. Am 7. Mai 1953 kapitulierte der letzte französische Kommandoposten in Dien Bien Pu. Man vermutet die Zahl der französischen Verluste auf 10.000 Männer. Die Verluste der Vietnamesen mit über 20.000 Männern waren mehr als doppelt so hoch.

Nach der Kapitulation gingen mehr als 10.000 Soldaten in die Gefangenschaft. Nur 858 Schwerverletzte wurden dem Roten Kreuz übergeben. Die restlichen 4.436 Verwundeten wurden von unversehrten Gefangenen in Tragetüchern aus Fallschirmseiden mitgeschleppt. Der 600 km lange Weg führte durch einen Dschungel. Bis zu 30 Kilometern mussten die Gefangenen bei unbarmherzigen Wetterbedingungen zurücklegen.

In vielen Berichten ist zu lesen, dass die die Waffen-SS ihre letzte Niederlage in Dien Bien Phu gefunden habe. Sie standen in Diensten der Fremdenlegion, um die „Entnazifizierungsverfahren in der Heimat zu meiden“, heißt es im Peter Scholl-Latours Bericht. Offiziell waren ehemalige Mitglieder der Waffen-SS aber unerwünscht. Wie viele deutsche SS-Soldaten tatsächlich unter den Legionären in Dien Bien Phu waren, ist bis heute nicht bekannt.

Nach dem Friedensschluss zwischen Frankreich und Vietnam in Genf wurden die Überlebenden freigelassen.

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